Best-Practice einer Zusammenarbeit

Tribometer Pruefkombination dv
Bildtext: v.l.n.r.: P. Schuler (WITg) und Markus Halder (Ammann AG)

Das Praxisbeispiel einer langjährigen Zusammenarbeit ist das Tägerwiler Industrieunternehmen Ammann AG und das WITg. Resultate sind eine höhere Prozesssicherheit und tiefere Herstellkosten.

Aus dem 1860 gegründeten Handwerksbetrieb ist ein Industrieunternehmen geworden, das mit rund 50 Mitarbeitern internationale Kunden bedient. Die Ausrichtung auf hochgenaue Komponenten erforderte zunehmend Prüfdienstleistungen. So kam es vor rund 15 Jahren zur Zusammenarbeit mit dem WITg, einem grenzüberschreitenden Forschungsinstitut, das als An-Institut an der Hochschule Konstanz 2002 aus der Taufe gehoben worden war.

Integriertes Prüflabor
Als Systemlieferantin mit Qualitätsverantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette liefert die Ammann AG hochpräzise Bauteile etwa in die Automobilindustrie, den Weichen- und Gleisbau, die Nutzfahrzeugindustrie oder den Maschinenbau. Die Dienste des WITg werden hier vor allem bei der Wareneingangskontrolle zugekaufter Rohteile oder Rohmaterialien genutzt. Das Institut führt die Werkstoffanalyse im Prüflabor durch, bevor die Freigabe für die Verwendung in der Produktion erfolgen kann. 

„Ein eigenes Prüflabor zu unterhalten, macht für ein Unternehmen unserer Grösse wenig Sinn“, erklärt Markus Halder (rechts im Bild), Leiter Vertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung der Ammann AG. Stattdessen wurde das WITg als externes Werkstofflabor ins operative Geschäft integriert, das heisst, die Dienste des WITg werden regelmässig in Anspruch genommen.

Bauteile optimieren
Bei dieser Zusammenarbeit sei nicht nur die geografische Nähe, sondern vor allem die hohe Flexibilität entscheidend. „Wenn etwas in einem Fertigungsprozess nicht stimmt, erkennen wir das rasch, und dann brauchen wir ein Labor, das uns mit einer Werkstoffanalyse sofort weiterhelfen kann“, verdeutlicht Halder. So können die Prozesssicherheit erhöht und Herstellkosten verringert werden.

Das WITg kommt aber nicht nur bei Herstellprozessen ins Spiel, sondern auch bei Bauteiloptimierungen, erläutert WITg-Wissenschaftler Philipp Schuler (links). Im Rahmen eines Beratungsauftrags durfte das federführende Prüflabor den Erfolg eines speziellen Verfahrens nachweisen, das die Bruchfestigkeit eines Bauteils erhöhen soll, welches im Antriebsstrang eines Elektroautos zum Einsatz kommen wird. Die kombinierte Beratungsleistung unterstützte so die Positionierung der Ammann AG in einem wachsenden Marktsegment.

Entwickeln, forschen, vernetzen
Seit seiner Gründung im Jahr 2002 unterstützt das Institut für Werkstoffsystemtechnik Thurgau (WITg) die Wirtschaft bei der Produktentwicklung, Werkstoffoptimierung und bei Schadenanalysen. Darüber hinaus erschliesst das Forschungsinstitut weitergehende Leistungen, zum Beispiel den Zugang zu einem Knowhow-Pool von über 100 Wissenschaftlern oder zu Projekten mit Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung (früher KTI). Trägerin des WITg ist die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

Martin Sinzig

 


 

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